| Die Wahrheit über Herakles |
Mit dem Hörspiel haben unsere Griechen der 9a/b/d den Wer kennt ihn nicht, den antiken Kraftprotz und Superhelden? Herakles oder - wie die Römer sagten - Herkules. Zwölf Arbeiten soll er im Auftrag des Königs Eurystheus unter größten Anstrengungen vollbracht haben. Aber stimmt das wirklich? Kann es wahr sein? Mit viel Witz und Humor begann die Griechischgruppe der 9. Jahrgangsstufe im vergangenen Herbst, die Geschichte des Helden neu zu erzählen. Bis zum Februar entstand eine Parodie des Mythos, die wir schließlich als zehnminütiges Hörspiel aufnahmen - natürlich auf Altgriechisch. Mit diesem Beitrag haben wir am Gruppenwettbewerb des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen 2008 teilgenommen und erreichten auf Landesebene einen 1. Preis. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Kerzel für die technische Unterstützung! Selbstverständlich ist die Geschichte auch im altgriechischen Originalton unserer (der) "alten Griechen" zu hören (als Audiodateien) und der griechische Text zu lesen (als PDF-Datei). Für alle Nichtgriechen hier die deutsche Übersetzung (mit den griechischen Audiodateien). Viel Vergnügen! (gez. Andreas Engel) Die Wahrheit über Herakles Die einzelnen Kapitelüberschriften wurden nicht mitgesprochen, nur die Hauptüberschrift. 1. Audiodatei (Vorgeschichte): 1. Vorgeschichte Nun war die Zeit gekommen. Nach seinem Tod wurde Herakles von den Göttern in den Olymp aufgenommen, da er Sohn des Zeus und einer der größten griechischen Helden war; außerdem hatte er als Sieger über zahlreiche Feinde ganz Griechenland gerettet. Alle Götter feierten daher ein großes Fest. Als jedoch die meisten schon sturzbetrunken waren, baten sie Herakles, von seinen zwölf Arbeiten zu erzählen. 2. Audiodatei (Der Löwe von Nemea -Teil1): 2. Der Löwe von Nemea "Mein Sohn, Herakles! Wenn ich mich recht erinnere,"sagte Zeus,
"war die erste Arbeit, die du auf dich nehmen musstest, die mit dem
Löwen von Nemea. Berichte uns doch noch einmal von dieser Geschichte!" 3. Audiodatei (Der Löwe von Nemea - Teil 2): "Ich wollte den Löwen finden und kam dabei in ein Dorf; da traf ich auf ein Kind, das weinte. Nach kurzer Zeit erfuhr ich Folgendes von ihm: 'Gestern hat ein furchtbarer Löwe meinen Ball gestohlen.' Sogleich war ich bereit zu helfen und ging zur Höhle des Löwen. Doch dort überkam mich plötzlich große Angst; und ich zitterte so, dass mir meine Keule im richtigen Moment aus den Händen und auf den Kopf des Tieres fiel, das gerade seine Höhle verließ. Auf diese Weise tötete ich den Löwen von Nemea mit etwas Glück. Den anderen sagte ich freilich, dass ich ihn in einem tapferen Kampf zur Strecke gebracht hätte; und tatsächlich haben mir alle geglaubt." 4. Audiodatei (Die Hydra von Lernai): 3. Die Hydra von Lernai "Das ist ja ein Riesenbetrug.", meinte Hephaistos. "Aber
wie hast du die Hydra von Lernai besiegt?" 5. Audiodatei (Die Kerynitische Hirschkuh): 4. Die Kerynitische Hirschkuh "Was für eine Schande!" Artemis war voller Zorn und hätte
den Helden beinahe hinausgeworfen. Doch dann meinte sie: "Und wie hast
du die schnellste Hirschkuh der Welt gefangen? Erzähle!" 6. Audiodatei (Die Stymphalischen Vögel): 5. Die Stymphalischen Vögel Mit einem Mal hörten alle Götter zu reden und zu singen auf, obwohl sie betrunken waren. Aber Herakles fuhr fort: "Jetzt berichte ich euch von den Stymphalischen Vögeln. Anfangs war es überhaupt nicht leicht, diese Tiere zu jagen, da sie bösartig und gemein waren. Schließlich half mir allerdings das Glück. Als ich mich nämlich in dem See dort baden wollte, floss mir mein Pfeilgift ins Wasser. Nach einiger Zeit kamen die Vögel, tranken und starben wegen des Gifts." Da mussten einige Götter über die Tölpelhaftigkeit des Herakles lachen. 7. Audiodatei (Der Erymanthische Eber oder der Stall des Augias - Teil 1): 6. Der Erymanthische Eber oder der Stall des Augias "Ich möchte die Geschichte vom B i e s t hören.", sagte
Ares. 8. Audiodatei (Der Erymanthische Eber oder der Stall des Augias - Teil 2): "Sch...hick...ön! Eurystheus befahl mir also, an einem einzigen Tag den Stall, in dem 500 Rinder waren, vom Mist zu reinigen. So viel Mist! Wirklich: Ich putzte und putzte; aber obwohl ich total schmutzig geworden war, hatte ich nichts erreicht. Wenn nicht am Abend ein riesiger Sturm gekommen wäre und die Regenflut den Mist nicht weggeschwemmt hätte, hätte ich diese Arbeit nicht geschafft. Dem Eurystheus sagte ich natürlich, dass ich - klug, wie ich bin - einen Fluss durch den Stall geleitet habe." 9. Audiodatei (Der Kretische Stier): 7. Der Kretische Stier "Was für eine Täuschung!" Hera schnaubte vor Zorn;
sie hatte Herakles von Anfang an nicht gemocht. "Was hast du denn überhaupt
selbst gemacht?", fragte die Göttermutter. 10. Audiodatei (Die Pferde des Diomedes): 8. Die Pferde des Diomedes Doch da mischte sich Athena ein: "Hört auf zu streiten! Erzähle
uns lieber von den übrigen Arbeiten!" 11. Audiodatei (Der Gürtel der Hippolyte - Teil 1): 9. Der Gürtel der Hippolyte "Hör auf zu weinen, Herakles!", sagte Artemis. "Erzähle
uns jetzt von Hippolyte!" 12. Audiodatei (Der Gürtel der Hippolyte - Teil 2): "Deshalb schlüpfte ich in die Kleidung der Amazonen und kam als Frau zu ihnen. Sie nahmen mich freundlich bei sich auf, da sie glaubten, ich sei eine von ihnen. Was für ein süßes Leben war das! Und die Amazonen waren so blind, dass ich als Mann der Diener - oder besser die Magd - der Hippolyte wurde. Bald war ich ihr Vertrauter, sie bewunderte sogar meine Schönheit und verliebte sich unsterblich in mich. Da musste ich schnell handeln, damit die Sache nicht aufflog. Bei einem Fest saß ich dann einmal - bei Zeus - ganz allein mit ihr in ihrem Zelt zusammen; sie war betrunken. Als sie schließlich eingeschlafen war, stahl ich ihr den Gürtel und machte mich davon." 13. Audiodatei (Die Rinder des Geryon und die Äpfel der Hesperiden - Teil 1): 10. Die Rinder des Geryon und die Äpfel der Hesperiden Heras Zorn war nun unbeschreiblich. "Was für eine Schande! Da
hast du wahrhaft tapfer gehandelt!" 14. Audiodatei (Die Rinder des Geryon und die Äpfel der Hesperiden - Teil 2): Herakles war schon so betrunken, dass er nicht mehr klar denken und sprechen konnte. Deswegen brachte Ganymed Wasser, um es Herakles über den Kopf zu schütten. Und sogleich setzte der Held seine Erzählung fort; aber die Rinder und Äpfel hatte er vergessen. 15. Audiodatei (Der Höllenhund Kerberos): 11. Der Höllenhund Kerberos "Die letzte Arbeit war völlig ungefährlich, obwohl Eurystheus
meinen Tod wollte. Denn Hades ist mit mir befreundet, und Kerberos ist kein
fürchterlicher Hund mit drei Köpfen, sondern eine Hündchen
mit einem Kopf." 16. Audiodatei (Das Ende - Teil 1): 12. Das Ende Alle Arbeiten des Herakles waren also Betrug. Deswegen kamen die Götter
tags darauf nochmals zusammen. 17. Audiodatei (Das Ende - Teil 2): Da staunten alle Götter über Hera, die Herakles bis dahin stets gehasst hatte. Warum wollte sie ihm jetzt eine neue Chance geben, sich zu bewähren? Doch in Wahrheit steckte hinter all dem eine gemeine List. Die anderen Götter bemerkten diese allerdings nicht und stimmten Hera zu. 18. Audiodatei (Das Ende - Teil 3): Die dreizehnte Arbeit lautete: Herakles sollte das Ende der Welt finden. Es wäre gewiss nicht schwierig gewesen, das Ende der Erdscheibe zu erreichen. Aber Hera verwandelte damals die Gestalt der Welt. Seit dieser Zeit ist die Erde eine Kugel. Die Kugel hat jedoch kein Ende. So läuft Herakles auch heute noch um die Erde und sucht ihr Ende. Manche behaupten, sie hätten Herakles laufen gesehen; und er soll Folgendes gesagt haben: "Ich bin bald da." |